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    Genoskin: Alternative zu Tierversuchen

    27.09.17 | 08:00 Uhr

    Tests von Kosmetikprodukten: Überschüsse menschlicher Haut werden dafür wiederverwendet

    Das französische Unternehmen Genoskin gab vor kurzem seine Expansion nach Nordamerika bekannt. Eigenen Angaben zufolge plant die Firma für dermatologische Biotechnologie, im ersten Quartal 2018 eine lokale Fertigungsanlage in Boston zu eröffnen. Dazu wurde vor Ort ein Vertretungsbüro eingerichtet.

    Genoskin bietet moderne Alternativen zu Tierversuchen an, indem die Überschüsse menschlicher Haut wiederverwendet werden. Durch die Lagerung in einem speziellen biologischen Nährboten, kann die Haut noch einige Tage nach dem Entfernen am Leben erhalten werden. Die Haut stammt von Patienten, die sich schönheitschirurgischen Eingriffen unterziehen. Nach einer solchen Operation wird die überschüssige Haut in der Regel weggeworfen. Das Team von Genoskin nutzt diese Haut nun für ein patentiertes Testmodell, das unter anderem von Kosmetikunternehmen genutzt wird.

    “Tierversuche sind ineffizient, zeitaufwändig, teuer und werden zunehmend als unethisch empfunden. Wir sind überzeugt, dass unsere Technologie einen Wendepunkt markiert. Da unsere Modelle auf menschlicher Haut beruhen, entfallen alle zuvor genannten Punkte. Zudem wird durch unsere Modelle menschlicher Haut auch das große Problem der durch die Unterschiede zwischen tierischem und menschlichem Gewebe bedingten Wirksamkeit und Toxizität ausgeschlossen,”, erklärt Pascal Descargues, Gründer und CEO von Genoskin.

    Eine wachsende Zahl von Staaten verbietet bereits den Einsatz von Tierversuchen bei Tests von Kosmetikprodukten. Auch in den USA sind Tierversuche inzwischen ein kontroverses Thema. Tiermodelle unterscheiden sich zudem in zahlreichen Faktoren von menschlicher Haut. Dem Tufts Center for the Study of Drug Development zufolge erreicht die Mehrheit der Medikamente, die an Tieren überprüft wurden, nie den Markt.

    Im Gegensatz zu tierischer und in Laboren oder durch Bioprinting hergestellte Haut enthält das Gewebemodell von Genoskin echte, lebende menschliche Haut. Die Technologie des Unternehmens ermöglicht damit nach eigenen Angaben die Untersuchung der Toxizität und Wirksamkeit von Stoffen an einem Modell, das der Haut eines echten lebenden menschlichen Organismus nahekommt.

    Der weltweite Markt für die toxikologische Prüfung an lebenden Organismen wird bis zum Jahr 2021 auf 24,4 Milliarden Euro geschätzt, mit einem zu 2016 verglichenem Wachstum von 14% – dies ist einer Statistik des Marktforschungsunternehmens Markets and Markets zu entnehmen. Der globale Pharmamarkt wird dem Bericht nach mit einem Gesamtwert von 303,3 Millionen Euro von den USA dominiert, dies entspricht 40% der weltweiten Gesamteinnahmen in der Branche.

    „Für uns ist der US-Markt von großer Bedeutung. Genoskin beliefert schon heute Kunden in der Region. Im Jahr 2016 entfielen 30% des Gesamtumsatzes des Unternehmens auf die USA. Wir freuen uns sehr, dort 2018 eine neue Produktionsanlage eröffnen zu können,“, äußerte sich Pascal Descargues über die geplante Expansion auf dem nordamerikanischen Markt.

    Boston ist eines der weltgrößten biotechnologischen Zentren und bildet damit laut Genoskin die perfekte Umgebung für die Ausweitung ihrer Reichweite auf den US-Markt. Die neue Produktionsstätte ermöglicht US-Konsumenten Vorteile und Haltbarkeit der Produkte in vollem Umfang nutzen zu können, da diese den speziellen Prüfungen der Food and Drug Administration (FDA) und/oder US Departement of Agriculture (USDA) nicht länger unterzogen werden müssen. Die Testmodelle von Genoskin sind zudem geschützt durch ein US Patent. Aktuell gibt es Unternehmensangaben zufolge außerdem keine vergleichbaren Hautmodelle auf dem US-Markt.

    Quelle: Genoskin, Foto: Herve Huchon

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